Erzieher/in

Obdachlosenhilfe in Berlin

Im Rahmen des diesjährigen SOL-Projekts, das jedes Jahr am Institut für Soziale Berufe stattfindet, hatten wir uns das Thema Obdachlose Hilfsorganisationen ausgesucht. "Wir" sind vier junge Frauen aus dem 3.Sem. am Institut für Soziale Berufe.

Unser Ziel war, den Obdachlosen zu helfen. Wir haben schnell festgestellt, dass es in unserem Umkreis kaum solche Organisationen gibt. Auf Grund dessen fiel unsere Wahl auf Berlin. Wir haben einen Flug und eine Ferienwohnung gebucht und führten zudem unzählige Gespräch mit Hilfsorganisationen in Berlin. Bei vielen Organisationen haben wir die Erfahrung gemacht, dass diese ohne Spenden und Presse von unserer Hilfe abgeneigt sind. Dadurch haben wir viele Rückschläge bekommen, jedoch uns nicht unterkriegen lassen. Ende März ging es dann eine Woche nach Berlin. Letztendlich konnten wir in sechs Hilfsorganisationen helfen und diese kennenlernen, was uns besonders gefreut hat.

Trotz allem startete unser Projekt in Ravensburg im "Württembergischen Hof". Dies ist eine Anlaufstelle für Obdachlose, welche wir besichtigen durften. Wir waren fasziniert von den Räumlichkeiten der Einrichtung, da wir so etwas noch nie gesehen hatten. Trotz unseres Besuchs dort, flogen wir mit einem unwohlen Gefühl nach Berlin, weil wir nicht wussten was uns dort alles erwartete.

In Berlin mussten wir jedoch feststellen, dass nicht alle Organisationen gleich sind. In manchen fühlt man sich wohl, da man merkte, dass unsere Hilfe gebraucht wird und diese zudem geschätzt wurde und in anderen Organisationen waren wir froh, als wir wieder gehen durften.

So unterschiedlich wie die Organisationen sind, sind auch die Obdachlosen selbst. Zum Teil sind sie freundlich und aufgeschlossen und sprechen mit uns. Zum anderen möchten sie einfach nur in Ruhe gelassen werden. Von der Hilfe, die den Obdachlosen in Berlin geboten wird, waren wir fasziniert und beeindruckt. Diese Erfahrung brachte uns zu der Erkenntnis, dass wir kein Mitleid mit den Obdachlosen haben müssen. Es ist gut und auch wichtig, dass die Obdachlosen bereit sind die Hilfe der Organisation anzunehmen. Dies macht der größte Teil der Obdachlosen in Berlin.

Die Meisten sind zufrieden mit ihrem Leben und möchten daran auch nichts ändern.

Wir haben viele sehr unterschiedliche Lebensgeschichten der Leute gehört und wie es zur Obdachlosigkeit kam. Schockierend ist, dass jeder von heute auf morgen obdachlos werden kann. Es ist sehr schön zu sehen, dass in den Obdachlosen Hilfsorganisationen sehr viele freiwillige Helfer tätig sind, die zum Teil ein Stück ihres erfüllten Lebens den Obdachlosen geben möchten. Zudem kann jeder helfen, durch Kleiderspenden, Geldspenden, Essensspenden und in kalten Monaten besonders mit Schlafsäcken.

Wir haben unser Ziel des Projekts erreicht und sind sehr froh, dass die Schule uns ermöglicht hat diese Erfahrungen mit unserem Projekt zu machen. Denn eigentlich macht man sich keine Gedanken darüber, jedoch kann man froh sein, wenn man noch eine Familie und Freunde hat, die einen in allen Lebenssituationen und Lebenslagen unterstützt und nicht hängen lassen.

Wir hoffen es werden noch weitere Projekte dieser Art stattfinden.