Institut

Leitbild

Unser Leitbild soll den Fachschülerinnen und –schülern, den Lehrkräften und Mitarbeitern eine Identifikation mit dem Auftrag und den Zielen des IfSB ermöglichen, den kooperierenden Praxiseinrichtungen und der Öffentlichkeit eine Orientierung bieten.

Das Leitbild wurde in den Jahren 1998/99 in einem Diskussionsprozess unter Einbeziehung der FachschülerInnen und der Beiräte der einzelnen Fachschulen entwickelt und ist Ausdruck der gemeinsamen Verantwortung von Träger und Kollegium für eine moderne Ausbildung im Bewusstsein ihrer christlichen Grundlagen.

Wertgrundlagen

Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht das christliche Menschenbild, in dem der Einzelne in einer je einmaligen Beziehung zu Gott steht, unabhängig welcher Religion oder Weltanschauung er sich zugehörig fühlt. Diese Beziehung drückt sich in der biblischen Aussage aus, dass der Mensch Geschöpf und Ebenbild Gottes ist.

Als Geschöpf erlebt der Mensch sich in seiner Endlichkeit, er ist gefährdet und verletzbar. Im Gedanken der Ebenbildlichkeit erlebt der Mensch seine Freiheit in Beziehung zu Gott, zu den Anderen und zu sich selbst. In dieser Freiheit ist die unantastbare Würde jedes Einzelnen begründet. Folge dieser freien und exklusiven Beziehung ist die Unverfügbarkeit und Schutzwürdigkeit menschlicher Existenz.

Weil Gott selbst ein Beziehungswesen ist, ist der Mensch als sein Ebenbild auf Begegnung angewiesen. In Begegnungen entwickelt und verwirklicht sich der Mensch. Als freies Wesen steht er in Verantwortung zu Gott, zur Welt, zu Anderen, und zu sich selbst. In der Wahrnehmung dieser Verantwortung kann er scheitern und schuldig werden. Durch Jesus Christus haben wir die Zusage, über alles Versagen hinaus in Gott gehalten zu sein. Dadurch hat der Mensch die Möglichkeit zur Versöhnung und zum fortwährenden Neubeginn.

Der christliche Sinnhorizont hat einen kritisierenden, einen stimulierenden und einen integrierenden Effekt. Der kritisierende Effekt besteht in der Ablehnung menschenunwürdiger Verhältnisse auf zwischenmenschlicher, institutioneller, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene. Der stimulierende Effekt besteht im Vertrauen auf die heilende menschliche Gestaltungsfähigkeit im Hinblick auf die Eine Welt. Damit ist die dem Menschen aufgegebene Verantwortung für den Umgang mit der Schöpfung ausgedrückt. Der integrierende Effekt besteht in der Überzeugung, dass die geleistete Arbeit in einem umfassenden Sinne als wertvoll erfahrbar wird.

Berufliche Kompetenzen

Die Ausbildungen an den Fachschulen des Instituts befähigen zu einem eigenverantwortlichen und professionellen Handeln in verschiedenen sozialpädagogischen und sozialpflegerischen Arbeitsfeldern. Gemeinsames Ziel aller Ausbildungsgänge ist ein Beitrag zur Selbstbestimmung von Menschen und der ihnen im Grundgesetz verbürgten Grundrechte, die Entfaltung ihrer Gaben und individuellen Fähigkeiten, sowie die Führung eines erfüllten Lebens in sozialer Integration.

Das Kompetenzprofil der Berufe orientiert sich an den aktuellen Berufsbildern und den gültigen Lehrplänen im Sinnhorizont des christlichen Menschenbildes. Die Lehrkräfte des Instituts sind durch ein wissenschaftliches Studium oder eine vergleichbare Ausbildung sowie durch eigene in der Regel mehrjährige berufliche Praxis qualifiziert. Die Ausbildung berücksichtigt in besonderem Maße wissenschaftliche Grundlagen, spezifische Methodenkonzepte und reflektiert die Praxis der Berufsfelder.

Die Fachschülerinnen und -schüler entwickeln im Rahmen ihrer Ausbildung umfassende Qualifikationen, im Sinne von Personal-, Fach-, Handlungs- und Sozialkompetenz. Sie lernen aktuelle Entwicklungen im Berufsfeld zu erkennen und mit Strategien der eigenen Fort- und Weiterbildung auf die veränderten Anforderungen zu reagieren. In der Ausbildung für die Praxis ist die Begleitung der FachschülerInnen durch Anleitung und Beratung in Kooperation mit den Praxisstellen ein besonderes Merkmal. In der Dynamik des prozessorientierten Lernens werden die eigene Entwicklung und die Form der Beziehungsgestaltung reflektiert und in die pädagogische bzw. sozialpflegerische Handlungskompetenz integriert.

Die FachschülerInnen werden in der Ausbildung als Persönlichkeiten gesehen, die bereits eine eigene Biografie und Persönlichkeitsentwicklung mitbringen und darüber hinaus lernen, individuelle Ressourcen wahrzunehmen und anzuwenden. Hierzu gehört auch die Entwicklung der Berufsidentität und eines berufspolitischen Bewusstseins.

Fachliche Kompetenzen stützen sich auf aktuelle wissenschaftliche Grundlagen. Im Bewusstsein der Vorläufigkeit des Wissens soll diese Wissen trotzdem als „wahre Überzeugung“ in seinen verschiedenen qualitativen Ebenen unterschieden werden. Besonders in den wissenschaftlichen Fächern geht es um die Vermittlung von methodisch gewonnenem Wissen. Lehrerinnen und Lehrer erarbeiten zusammen mit den Fachschülern diese Erkenntnisse und setzen sie in Beziehung zu Praxiswissen und Praxiserfahrungen. Es geht dabei nicht nur um Wissen und Können, sondern auch um den wechselwirkenden Zusammenhang von Theorie und Praxis und Werthintergrund.

Arbeits- und Lehrformen

Die Arbeits- und Lehrformen orientieren sich einerseits an der Didaktik der Erwachsenenbildung, den Lernvoraussetzungen der FachschülerInnen und den Anforderungen der Praxis. Im Ausbildungsprozess wird Wert gelegt auf die Anwendung unterschiedlicher Lehr- und Lernmethoden, wie z.B. vernetzter Unterricht, Projektarbeit, selbsttätiges und selbst organisiertes Lernen, Freiarbeit, Studientage, Teamarbeit, Fachreferate durch Gastdozenten aus Theorie und Praxis, Exkursionen und Vortrag.

Den FachschülerInnen und Lehrkräften stehen eine umfangreiche Fachbibliothek, Videothek, Diathek, Computerarbeitsplätze, Internet und audiovisuelle Medien zur Verfügung. Für die Ausbildung in pädagogischen Medien sind spezielle Fachräume für Sport, Motopädagogik, Musik, Rhythmik, pädagogisch-therapeutische Arbeitsformen und Pflege eingerichtet. Träger, Lehrkräfte, FachschülerInnen und Vertreter der Praxis sind am Prozess der Schulentwicklung mitverantwortlich beteiligt.

Kommunikations- und Beziehungskultur

FachschülerInnen und Lehrkräfte des Instituts bemühen sich um eine Kommunikations- und Beziehungskultur, die geprägt ist vom Interesse am Anderen, dessen Erfahrungen, Biographie und Entwicklung.

Die Entwicklung von Beziehungen braucht Zeit, die in einem Schulalltag mit Unterrichtsveranstaltungen, Praxisbesuchen und Schulorganisation nur begrenzt zur Verfügung steht. Um in der täglichen Arbeit Hektik und Routine zu reduzieren, versuchen wir, uns Zeit zu nehmen für den anderen und Zeit zu geben für das Angesprochenwerden. Dies drückt sich in festen Kommunikationszeiten, wie Klassenkonferenzen, Sprecherkreisen, Fachschul- und Institutskonferenzen, Sprechstunden der Lehrkräfte, selbstorganisiertem Unterricht, Beratung in Ausbildungsfragen und bei persönlichen Problemen aus.

Für eine Begegnung als Christen sind uns gemeinsame Gottesdienste, Begegnungstage im Advent oder in der Fastenzeit, Dritte-Welt-Arbeitskreise und Religionspädagogische Angebote besonders wichtig.

Organisation

Das Institut für Soziale Berufe hat die Rechtsform einer gemeinnützigen GmbH. Die Gesellschafterversammlung bestimmt aus ihrer Mitte den Geschäftsführer. Der Geschäftsführer hat die Dienstaufsicht. Er stellt neue Mitarbeiter auf Vorschlag des Schulleiters und unter Zustimmung der Mitarbeitervertretung und der Anhörung des jeweiligen stellv. Leiter einer Fachschule ein. Geschäftsführer und Schulleiter arbeiten eng und vertrauensvoll zusammen. Der Schulleiter ist verantwortlich für die fachliche Leitung des Instituts und seiner Fachschulen.Wesentliche Aufgaben der jeweiligen Fachschule sind an bestellte Stellvertreter bzw. Abteilungsleiter delegiert.Schulleiter, Stellvertreter und Abteilungsleiter bilden eine Leitungskonferenz.

Die Aufgaben, Delegation und rechtliche Verantwortung von Institutsleiter, seines Stellvertreters, stv. Leiter der Fachschulen bzw. Abteilungsleiter und Klassenlehrer sind in einer schriftlichen Organisations- und Aufgabenbeschreibung geregelt. Diese werden regelmäßig überprüft und fortgeschrieben. Die Aufgaben aller MitarbeiterInnen am Institut sind durch Stellenbeschreibungen geregelt. Alle Mitarbeiter bilden eine Dienstgemeinschaft und arbeiten vertrauensvoll und effektiv zusammen. Aufgaben und Konflikte werden in einer offenen und fairen Form gelöst. Die Mitarbeitervertretung vertritt als gewähltes Organ die Belange der Mitarbeiter. Geschäftsführung und Schulleitung unterstützen die Mitarbeitervertretung durch Informationen und Transparenz von Entscheidungen. Die Ausbildungsfragen werden regelmäßig in den Institutskonferenzen, Fachschulkonferenzen und Fachkonferenzen besprochen und entschieden. Leitung und Befugnisse der Konferenzen sind schriftlich geregelt und orientieren sich an der Konferenzordnung des Schulgesetzes Baden-Württemberg. Die FachschülerInnen wählen Kurssprecher; diese nehmen die Belange der Studierenden in Klassenkonferenzen, Kontaktgesprächen mit stellv. Leitern der Fachschulen und Schulleitung wahr. Die Mitwirkungsmöglichkeiten sind schriftlich geregelt. Eine enge Kooperation zwischen den Fachschulen und den Praxiseinrichtungen ist durch Fachbeiräte, durch Heimleiter- und Praxisanleiterkonferenzen und regelmäßige Praxisbesuche gesichert.