Christliches Profil

Mit „Lichtblicken“ das Jahr gestalten

Das ganze Jahr bietet uns die Möglichkeit, unser Leben in wiederkehrenden Festkreisen und Festtagen zu feiern, anzuschauen und in den Blick zu nehmen. Grundbotschaften des christlichen Glaubens sind in Ihnen „versteckt“ und es gilt sie wieder aufzudecken, für uns verWERTbar zu machen. Wir bieten in regelmäßigen Zeitabschnitten in einer Unterrichtseinheit einen Lichtblick an. So entsteht Vielfalt.

Unsere Kapelle ist ein Ort dieser Lichtblicke. Christliche bzw. kirchliche Festtage sind Unterbrechungen des Alltags, sie ermöglichen uns innezuhalten, nachzudenken und Sinn zu erfahren. Menschliche Grundsituationen wie Gemeinschaft, Zweifel, Versagen und Ängste werden aufgegriffen. Welche religiösen und weltlichen Dimensionen liegen den Jahresabschnitten zu Grunde? Höhepunkte wie Weihnachten und Ostern sind uns bekannt, andere kennen wir nur noch von den Großeltern oder verstaubt erscheinenden Ritualen.

„Lichtblicke“ ermöglichen zu feiern, nachzuempfinden oder vor zu kosten. Sie sind eine Chance, unsere und andere religiöse Traditionen besser kennen und schätzen zu lernen. Auch andere situative Ereignisse des Schulalltags erscheinen im „Lichtblick“ und im Kontext religiöser Dimension. Der Orientierungsplan nennt im Bildungsfeld „Sinn, Werte und Religion“: „Kinder erfahren und hören von der christlichen Prägung unserer Kultur (…) und beginnen sich ihrer eigenen (auch religiösen und weltanschaulichen) Identität bewusst zu werden“. So setzen sich Erzieher und Erzieherinnen in der Ausbildung mit dieser Kultur persönlich auseinander.

Morgenkreis

Der Morgenkreis ist ein grundlegendes Strukturelement des Marchtaler Planes. Er eröffnet die Schulwoche und kennzeichnet den Wochenanfang als eine neu geschenkte Gabe und Aufgabe für sich selbst und die Schulgemeinschaft. In seinem Zentrum stehen Stille, Anschauung und Besinnung, Sammlung und Konzentration, Sinnesübungen, Ausgeglichenheit und nicht zuletzt Beziehungsgestaltung.

Die Inhalte des Morgenkreises umfassen unter anderem auch die Begleitung der Feste des Kirchenjahres, religiöses Tun, biblische Erzählungen, Bibelgespräche, Sinnes- und Stilleübungen, Meditation, Diskussion um ethische Fragen und Möglichkeiten der Selbsterfahrung. Ziel bei allem ist, zu sich selbst und zur Mitte zu finden.

Der „Mitte“ kommt in unserer Pädagogik besondere Bedeutung zu. Das Versammeln im Stuhl- oder Sitzkreis ist nicht nur ein äußerlicher, spielerischer Vorgang, sondern bewirkt bei den Tellnehmern selbst den Prozess der Konzentration auf die Mitte. Das Thema des Morgenkreises wird in die Mitte der Aufmerksamkeit der Gruppe gerückt, dort bedacht, erörtert, kommt hier zur Anschauung und wird weiter ausgefaltet durch symbolhaftes Gestalten. Ein wichtiges Ritual dabei ist das Entzünden einer Kerze, die jede Klasse selbst gestaltet hat.